Marktteilnehmer, Downstream-Akteure und Händler
Marktteilnehmer, die relevante Erzeugnisse erstmalig in Verkehr bringen oder ausführen, tragen grundsätzlich die Sorgfaltspflicht und übermitteln vor dem Inverkehrbringen beziehungsweise der Ausfuhr eine Sorgfaltserklärung im EUDR-Informationssystem.
Nachgelagerte Marktteilnehmer und Händler führen nach der Reform grundsätzlich keine eigene vollständige Sorgfaltspflicht und keine neue DDS für bereits abgedeckte Vorprodukte durch. Nicht-KMU-Downstream-Akteure und Nicht-KMU-Händler müssen sich jedoch im Informationssystem registrieren. Der erste nachgelagerte Marktteilnehmer oder Händler, der direkt von einem Marktteilnehmer bezieht, erfasst zusätzlich dessen DDS-Referenznummer oder die Identifikationsnummer einer vereinfachten Erklärung.
Kleinst- oder Kleinprimärerzeuger
Die vereinfachte Regelung gilt nicht allgemein für kleine Lieferanten. Kleinst- oder Kleinprimärerzeuger müssen die Voraussetzungen des Art. 2 Nr. 15a erfüllen, insbesondere selbst erzeugen und in einem als niedriges Risiko eingestuften Land ansässig sein.
Sie nutzen eine einmalige vereinfachte Erklärung und erhalten dafür eine Identifikationsnummer. Für diese besondere Gruppe darf die sonst erforderliche Geolokalisierung durch die Postanschrift aller Grundstücke beziehungsweise der Betriebsstätte ersetzt werden.
Geodaten, Legalität und Länder-Benchmarking
Für Grundstücke über 4 ha sind – außer bei Rindern – Polygone erforderlich; für kleinere Grundstücke können Punktkoordinaten verwendet werden. Die EUDR verlangt daneben Legalität nach den einschlägigen Rechtsvorschriften des Erzeugerlandes, soweit sie den rechtlichen Status des Erzeugungsgebiets betreffen.
Das Länder-Benchmarking klassifiziert Länder beziehungsweise Landesteile als niedriges, normales oder hohes Risiko. Bei vollständig aus Niedrigrisikoländern stammenden Waren kann nach Art. 13 auf Risikobewertung und Risikominderung verzichtet werden, wenn kein relevantes Umgehungs- oder Vermischungsrisiko besteht. Die Informationsbeschaffung nach Art. 9 bleibt bestehen.
DDS, vereinfachte Erklärung und Informationssystem
Das EUDR-Informationssystem vergibt für Sorgfaltserklärungen Referenznummern und für vereinfachte Erklärungen Identifikationsnummern. Seit der Durchführungsverordnung (EU) 2026/1565 sind vereinfachte Erklärungen und die zugehörigen Identifikationsnummern technisch im System abgebildet.
Referenznummern müssen nicht pauschal durch jede nachgelagerte Handelsstufe weitergereicht werden. Die Reform beschränkt die entsprechende Referenzerfassung auf die Lieferkettenposition, in der ein nachgelagerter Marktteilnehmer oder Händler direkt von einem Marktteilnehmer bezieht; weitere Akteure halten die nach Art. 5 erforderlichen Geschäftspartnerdaten vor.
Zoll und begründete Bedenken
Soweit Art. 26 anwendbar ist, muss die DDS-Referenznummer beziehungsweise Identifikationsnummer für die Zollbehörden vor der Überlassung zum zollrechtlich freien Verkehr oder vor der Ausfuhr verfügbar sein. Die Vorschrift gilt nicht pauschal für die Ausfuhr durch nachgelagerte Marktteilnehmer.
Bei neuen Informationen über bereits in Verkehr gebrachte oder bereitgestellte Ware bestehen Informationspflichten gegenüber Behörden und nachgelagerten Abnehmern. Nicht-KMU-Downstream-Akteure und Nicht-KMU-Händler haben bei begründeten Bedenken vor weiterer Bereitstellung zusätzliche Prüfpflichten und dürfen erst weiterliefern, wenn kein oder nur ein vernachlässigbares Nichtkonformitätsrisiko festgestellt wurde.
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