CBAM · Regulatorischer Kontext

CBAM 2026: Vom Scope zur verifizierten Emissionsdatenkette

Seit 1. Januar 2026 gilt das definitive CBAM-Regime. Für betroffene Importeure greifen Zulassungs-, Daten-, Erklärungs- und Zertifikatspflichten. Seit September 2026 wird auch die Verifizierung tatsächlicher Emissionswerte operativ.

Scope: Der KN-Code entscheidet

CBAM erfasst Waren aus den Sektoren Eisen und Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Wasserstoff und Strom. Maßgeblich ist jedoch nicht allein das Material oder der Sektor, sondern der konkrete in Anhang I erfasste KN-Code.

Auch bestimmte weiterverarbeitete Produkte können deshalb erfasst sein. Bei Schrauben, Rohren, Profilen oder anderen Downstream-Produkten muss die konkrete tarifliche Einreihung geprüft werden.

50-Tonnen-Schwelle und Zulassung

Für Eisen und Stahl, Aluminium, Zement sowie Düngemittel gilt eine gemeinsame massenbasierte Schwelle von 50 Tonnen Nettomasse je Einführer und Kalenderjahr. Wird sie überschritten, greifen die CBAM-Pflichten für die erfassten Einfuhren des Jahres. Für Elektrizität und Wasserstoff gilt diese 50-Tonnen-Ausnahme nicht.

Für CBAM-pflichtige Einfuhren muss grundsätzlich ein zugelassener CBAM-Anmelder feststehen. Je nach Zollvertretung kann die Verantwortung beim Importeur oder unter den gesetzlichen Voraussetzungen bei einem indirekten Zollvertreter liegen.

Tatsächliche Emissionen oder Default Values

Für die CBAM-Erklärung können nach den anwendbaren Regeln tatsächliche Emissionen oder von der Kommission festgelegte Default Values verwendet werden. Tatsächliche Emissionen setzen eine belastbare anlagenbezogene Datenkette voraus und müssen nach den CBAM-Vorgaben verifiziert werden.

Default Values können eine zulässige Alternative sein, ersetzen aber nicht die notwendige Entscheidung über Datenstrategie, Kostenwirkung und Dokumentation.

Verifizierung wird operativ

Die Verifizierung tatsächlicher Emissionen erfolgt auf Ebene der Drittlandsanlage. Der Anlagenbetreiber überwacht und berechnet die eingebetteten Emissionen; ein akkreditierter CBAM-Prüfer kontrolliert Monitoringansatz, Berechnung und Nachweise.

Seit September 2026 können akkreditierte Prüfer im CBAM-Register registriert werden und erste Verifizierungen beginnen. Ab Januar 2027 können dort erste Verifizierungsberichte ausgestellt und mit CBAM-Anmeldern geteilt werden. Die Kommission hat dafür Guidance, Registry-Dokumentation und Trainingsvideos veröffentlicht.

Erklärung und Zertifikate für 2026

Die erste jährliche CBAM-Erklärung für Einfuhren des Jahres 2026 ist bis 30. September 2027 einzureichen. Bis zu diesem Termin sind auch die entsprechenden CBAM-Zertifikate abzugeben.

Der Erwerb von CBAM-Zertifikaten für Einfuhren des Jahres 2026 beginnt ab Februar 2027. Unternehmen sollten deshalb Emissionsdaten, Verifizierung und Kostenplanung nicht erst kurz vor der ersten Jahreserklärung zusammenführen.

Aktuelle CBAM-Entwicklungen

Neue regulatorische Entwicklungen aus dem EU Compliance Watch – mit direkter Verbindung zu vertiefenden Analysen, Primärquellen und dem passenden Tool.

Aktuelle Meldungen werden geladen …

Alle Updates im EU Compliance Watch →

Bereit für die Selbsteinschätzung?

Prüfen Sie kostenfrei und anonym, wo Ihr Unternehmen aktuell steht.

Check jetzt starten →
EU Compliance Watch

Aktuelle regulatorische Entwicklungen

Neue Fristen, Guidance und Umsetzungshinweise zu diesem Themenbereich.

Alle Updates →
Passende Watch-Meldungen werden geladen …